Profis für Azubis

ausbildungsstelle.com interviewt Personalprofis zum Thema Bewerberauswahl und optimale Bewerbung

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Stefan Ast,
Leiter Ausbildung und Nachwuchsförderung
Fraunhofer IZM

" Unser perfekter Azubi nimmt seine Ausbildung energisch in die Hand und macht sich innerhalb von drei Jahren im Institut so unersetzlich, dass wir ihn einfach übernehmen müssen ..."

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Interview:

ausbildungsstelle.com: Was zeichnet die Ausbildung in Ihrem Unternehmen aus? Was macht Ihr Unternehmen besonders attraktiv für Berufsstarter?

Stefan Ast: Bei uns wird vom ersten Tag an im realen Forschungsbetrieb ausgebildet. Es findet also keine vorgelagerte Grundausbildung in Ausbildungswerkstätten o.ä. statt. Besonders attraktiv ist sicherlich die Perspektive, an Entwicklungen für moderne Kommunikationskomponenten oder Automobiltechnik mitzuarbeiten.

ausbildungsstelle.com: Bei Ihnen bewerben sich viele junge Menschen. Welche Kompetenzen, außer guten Noten, setzen Sie voraus?

Stefan Ast: Uns sind sehr wichtig Zuverlässigkeit und bedachter Umgang mit Geräten und Produkten, da diese sehr teuer sind sowie gute Kommunikationsfähigkeiten, da bei uns überall im Team gearbeitet werden muss. Den wortkargen Wissenschaftler im "Kämmerlein" gibt es bei uns nicht, da die Arbeiten laufend miteinander abgestimmt werden müssen.

ausbildungsstelle.com: Auf was achten Sie bei der Bewerbung?

Stefan Ast: Echtes Interesse an unserem Fachgebiet, schön sind Vorerfahrungen wie z.B. Schülerpraktika in der Elektronik o.ä.

ausbildungsstelle.com: Wie läuft das Auswahlverfahren bei Ihnen im Hause ab?

Stefan Ast: Aus den eingehenden Bewerbungen wählen wir ca. 20 in Frage kommende Kandidat/inn/en aus und laden diese zu einem Einstellungstest ein. An diesem Tag stellen unsere derzeitigen Azubis ihre Arbeit und unsere Labore vor und unser Reinraum kann besichtigt werden. Der Einstellungstest umfasst neben Allgemeinfragen vor allem Fragen zur Elektrotechnik, Physik, Einheiten und Chemie. Anhand der Ergebnisse laden wir 6-8 Bewerber/innen zur finalen Auswahlrunde ein. Diese findet in Form eines Gruppengespräches statt und beinhaltet eine Aufgabe, die in der Gruppe zu lösen ist. Hier besteht die Möglichkeit, sich persönlich näher vorzustellen.

ausbildungsstelle.com: Wie viele Bewerbungen sichten Sie etwa jährlich im Rahmen Ihrer Bewerberauswahl?

Stefan Ast: Da der Beruf Mikrotechnologe/in leider nicht sehr bekannt ist, erhalten wir derzeit nur 30-40 Bewerbungen pro Jahr.

ausbildungsstelle.com: Was sollten die Bewerber auf jeden Fall beachten?

Stefan Ast: Sie sollten authentisch sein und die sogenannten Lücken im Lebenslauf ehrlich beantworten können. Die Unterlagen sollten immer den gewünschten Umfang, also bitte Zeugnisse nicht einfach weglassen o.ä. Zudem ist jedes Praktikumszeugnis Gold wert.

ausbildungsstelle.com: Welche Fehler werden häufig gemacht? Wo stellen Sie Defizite bei Ihren Bewerbern fest?

Stefan Ast: Oft attestieren die Bewerber sich selbst Teamfähigkeit, weil das heutzutage oft verlangt wird. Leider merkt man häufig schnell, dass garnicht so richtig klar ist, was sich dahinter verbirgt.

ausbildungsstelle.com: Wie sieht für Sie der perfekte Azubi aus?

Stefan Ast: Unser perfekter Azubi nimmt seine Ausbildung energisch in die Hand und macht sich innerhalb von drei Jahren im Institut so unersetzlich, dass wir ihn einfach übernehmen müssen ...

ausbildungsstelle.com: Wie meinen Sie, können sich Schulabgänger optimal auf das entscheidende Bewerbungsgespräch vorbereiten?

Stefan Ast: Sich vorher genau überlegen, ob die ausgeschriebene Stelle / der ausgeschriebene Beruf gut passt - und warum das so ist. Lippenbekenntnisse sind schnell als solche zu erkennen. Wir möchten ehrliche Antworten hören. Ansonsten ist es hilfreich, sich über die Internetseite ausführlich mit dem Institut zu beschäftigen.

ausbildungsstelle.com: Warum nutzen Sie Onlineplattformen wie ausbildungsstelle.com für Ihre Bewerbersuche?

Stefan Ast: Immer häufiger nennen Bewerber/innen die Internetsuche als bevorzugten (oder einzigen) Weg zur Ausbildungsplatzsuche.

ausbildungsstelle.com: Was geben Sie den Schulabgängern ganz persönlich mit auf den Weg?

Stefan Ast: Es ist von Vorteil sich vor der Suche nach Ausbildungsplätzen klar zu werden, wie der eigene Weg in den nächsten drei bis sechs Jahren aussehen soll.