ausbildungsstelle.com konnte für Euch den Bewerbungsprofi Andreas Thierig gewinnen. Mit seiner Story aus der Praxis "Hauptschüler wird Zahnarzt" macht er euch Mut für euren ganz persönlichen Weg. Wir freuen uns über diese Partnerschaft und empfehlen euch diese wahre Geschichte zum lesen, lernen und motivieren. Viel Freude dabei.
Hauptschüler wird Zahnarzt
Eine wahre Erfolgsstory.
Hintern hoch
Paul, der im wirklichen Leben natürlich einen anderen Namen hat, wächst zusammen mit seinem Bruder bei seinen Eltern in einem Kuhdorf in den Bergen auf. Die große Stadt ist weit, der Pfarrer erzkatholisch und die Lehrer von Paul sehen für seine berufliche Karriere schwarz.
Eigentlich ist Paul intelligent. Er ist aber auch stur, er hasst Schleimer und ist, wie die Lehrer sagen, vorlaut. Paul´s Noten sind grottenschlecht, seine Versetzung ist mehr als einmal gefährdet und obendrein ist Paul´s Verhalten für´s beschauliche Landleben oft zu extrem. Keine guten Voraussetzungen für eine angepasste Karriere.
Paul´s Eltern machen sich natürlich Sorgen wie´s mit dem Jungen weitergehen soll und ob überhaupt was aus ihm wird. Potentialanalyseinstrumente, die über seine Fähigkeiten sichere Auskunft gegeben und zuverlässige Berufsvorschläge gemacht hätten, gab´s damals nicht.
Während Paul´s Vater und Mutter noch darüber rätseln ob sie lieber Vernunft in ihn hineinprügeln sollen oder lieber einen Nachhilfelehrer beauftragen, faßt Paul einen Entschluß. Er schmeißt in der 9. Klasse die Hauptschule ohne Abschluß. Alles scheint besser als die langweilige Schule die Paul als einen Sumpf aus Arschkriecherei und Engstirnigkeit empfindet.
Nun steht er da. Hauptschule Abschlußlos verlassen. Null Unterstützung von den Eltern stattdessen Gegenwind von allen Seiten.
Auf eigene Faust sucht und findet Paul doch einen Ausbildungsplatz zum Zahntechniker. Der Chef ist hart aber gerecht und gibt ihm unter strengen Bedingungen eine Chance. Endlich fühlt sich Paul respektiert. Mit den klaren Vorgaben des Chef´s kann er leben vor allem aber hat Paul nun ein Vorbild. Der Chef, das er sofort kapiert, ist ein echter Könner. Für den Chef erweist sich Paul schon nach kurzer Zeit als wahrer Glücksfall. Paul hängt sich rein, er arbeitet, lernt und übt so lange, bis er´s mindestens so gut kann wie sein langgedienter Chef.
Paul´s fast schon krankhafter Perfektionsanspruch an sich und seine Arbeitsleistung, die in der Schule so niemanden interessiert hat, ist für den Chef ein Segen. Schon im zweiten Lehrjahr übernimmt er im Zahntechnik-Labor die komplette Urlaubsvertretung. Für Paul, der schon immer selbständig arbeiten und denken konnte, was in der Schule ebenfalls nicht gefragt war, waren diese Urlaubsvertretungen zugleich Anerkennung und Motivation.
Statt Alk, Wissen in Birne.
Paul arbeitet, verdient ganz gut, alles ist im grünen Bereich. Den Hauptschulabschluß allerdings hat er nicht. Und weil Paul mit zunehmendem Können merkt, daß die Herren Zahnärzte oft nicht halb so perfekt arbeiten wie es sein Anspruch an sich selbst ist, beginnt ihn diese Tatsache mächtig zu nerven.
Ähnlich wie damals in der Schule ist er manchmal fast ohnmächtig vor Zorn weil er weiß, daß er am System „Wer-zahlt-schafft-an“ nichts ändern kann. Ob die Zahnärzte in ihrer handwerklichen Leistung nun Könner oder Loser sind, egal. Sie sind Kunden, sie haben Recht. Paul faßt zum zweiten Mal einen weit reichenden Entschluß. Er macht sich auf den Weg.
Berufsbegleitend macht er alles nach: Quali, Realschulabschluß und schließlich das Abitur. Harte Jahre. Wenn die Kumpels nach Feierabend auf Tour gehen oder am Wochenende ´mal eben an den Gardasee düsen haut sich Paul statt Alk, Wissen in die Birne. Seine Ziel, Zahnmedizin zu studieren, stets vor Augen entwickelt er sich endgültig zum Perfektionsjunkie. Durch die Schinderei ist sein Abi so gut, daß er neben einem Stipendium auch noch einen der begehrten Studienplätze an der Ludwig-Max-Universtität in München erhält.
Leistung lohnt.
Während des Studiums jobbt er in seinem alten Zahntechnik Labor und entgegen aller Erfolge bleibt er in manchen seiner Verhaltenseigenschaften veränderungsresistent. Er legt sich mit Professoren an, kündigt rechtliche Schritte gegen fragwürdige Prüfungsverfahren an und - setzt sich in vielen Fällen durch. Paul kann sich den Luxus des Querulantentums nur deshalb leisten weil seine Leistungen außergewöhnlich gut und konstant sind. Überdies hat Paul Lebenserfahrung. Er kann klar denken, präzise formulieren und ist in Kunst, Kultur und Sport aktiv. Streß ist für Paul längst zum Lebensgefährten geworden. Eine fruchtbare Beziehung, die ihm gut tut.
Paul, dem damals im Kuhdorf in den Bergen keiner einen Cent gegeben hätte, beendet sein Studium der Zahnmedizin überdurchschnittlich gut und macht fast zeitgleich seinen Doktortitel.
Auch als Assistenzarzt bleibt Paul sich treu. Schon nach kurzer Zeit ist er de facto Partner seines Chefs. Die Patienten wissen seinen Perfektionsmus zu schätzen, die von Paul beauftragten Zahntechniklabors dagegen, lernen seinen Perfektionismus fürchten. Meist aber wachsen sie an seinem Anspruch.
Und ein weiteres Mal faßt Paul einen mutigen Entschluß. Er investiert fast eine Million Euro in die Übernahme und Neugestaltung einer Praxis mit 20 Mitarbeitern, inklusive Zahntechniklabor. Er kauft ein Haus, heiratet seine langjährige Lebensgefährtin und wird Vater.
Paul ist gottlob nicht gestorben, sondern er lebt zufrieden und ist glücklich.
Der Geschichte Moral und Botschaft
Solche Stories sind wiederholbar. Wer heute den gleichen Willen hat, wie Paul ihn hatte, hat´s sogar etwas leichter. Es gibt Instrumente, die helfen den Weg zu gehen, den Job zu bekommen, der wirklich passt.
Auf der anderen Seite können sich Personal- und Ausbildungsverantwortliche, wenn Sie wollen, den aufwändigen Vorauswahlprozess sparen. Ohne eine Bewerbungsmappe zu sichten, bekommen sie die Mitarbeiter und Azubis die in jeder Hinsicht passen.
Obwohl von Haus aus skeptisch und stur, Paul hätte sich dieser Hilfen bedient.