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Wettbewerb Ausbildungsass 2009 – Wir haben es leider nicht geschafft

Erfolge darzustellen oder plakativ zu vermarkten, ist sicher viel einfacher. Aber wir gehen einen anderen Weg. Warum? Ganz einfach. Viele unserer Nutzer haben auch bereits Bewerbungen geschrieben und konnten mit Ihrem persönlichen Profil bei einer Bewertung nicht überzeugen. Insofern ist es besonders wichtig, dass auch wir über unsere Misserfolge berichten.

Die Jury:

  • Stefan Kirschsieper, Bundesvorsitzender der Wirtschaftsjunioren Deutschland (WJD),
  • Carsten Röttgers, Bundesvorsitzender der Junioren des Handwerks,
  • Bernd Jansen, Vorstandsvorsitzender der INTER Versicherungen,
  • Dr. Nikolaus Förster, Chefredakteur des Wirtschaftsmagazins impulse,
  • Dr. Martin Wansleben, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) und
  • Wolf-Hermann Böcker, Geschäftsführer des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH).

hat uns leider nicht den Preis „Ausbildungsass 2009“ zuerkannt. Es wäre falsch, zu behaupten, dass wir darüber nicht enttäuscht wären.

Seit 2002 arbeiten wir mit viel privatem Engagement an unserem Portal ausbildungsstelle.com. Wir haben nicht nur viel Freizeit, sondern vielmehr auch den einen oder anderen privaten Euro in dieses für den Nutzer kostenfreie Projekt, gesteckt (wir müssen hier auf eine genaue Zahl verzichten, da dies vielleicht unserer Ehefrauen lesen ;O). Wir sind also wahrscheinlich für die meisten überwiegend jugendlichen Nutzer unseres Portals bereits „alte Hasen“ im Bereich Berufsorientierung und Ausbildung junger Menschen.

Wir begleiten aktuell rund 2.500 Ausbildungsfirmen bei der Suche nach Bewerbern, informieren rund 30.000 Jugendliche regelmäßig über neue Angebote und bahnen damit über die abgebildeten Angebote jährlich rund 15.000 Ausbildungsverhältnisse mit an. Unser Internetprojekt scheint den Nerv zu treffen, denn jeden Monat werden die Seiten millionenfach aufgerufen. Das sind Zahlen, die uns ermutigt haben, eine Bewerbung für diesen Preis einzureichen, aber wir sind leider gescheitert. Wir werden also noch besser werden müssen und intensiv an unserem Projekt weiterarbeiten, damit wir das nächste Mal eine neue Jury überzeugen können. Wir sind also motiviert und empfehlen das Gleiche für jeden Leser, der einen vergleichbaren Misserfolg erlebt hat.

Fairness spielt bei uns eine große Rolle. Wir möchten daher an dieser Stelle den Preisträgern in der Kategorie ‚Initiativen’, welche uns überholt haben, ausdrücklich gratulieren. Anbei stellen wir die Siegerprojekte vor:

 

1. Platz:
St. Ursula-Schule in Hannover/Niedersachsen.

Zur Begründung der Jury

Die St. Ursula-Schule ist ein Gymnasium in kirchlicher Trägerschaft, dessen Angebote an Berufsvorbereitung für seine Schüler seinesgleichen sucht. Hier einige Beispiele:

Einen Überblick bietet die Rubrik „Berufsorientierung“ der Homepage des Gymnasiums. Praktisches Wissen können die Schüler im Profilunterricht, im Jugend-Technik-Club oder in der Online-Redaktion erwerben. An sozialen Berufen Interessierte können sich ab Klasse 7 in karitativen Einrichtungen engagieren oder sich zum Sanitätshelfer ausbilden lassen, und so erste Erfahrungen in der medizinischen Betreuung von Schülern und Lehrern machen.

Wie Schüler anderer Schulen machen die St. Ursula-Schüler Praktika, doch diese Schüler können ein Praktikum in London machen. Im Unterricht wird dieser Auslandsaufenthalt vor und nachbereitet wird, damit die Schüler den größtmöglichen Nutzen haben und ihre Eignung für eine Arbeit im Ausland testen können.

Um die Berufsorientierung zu optimieren, werden die Praktika in einem dreitägigen Kompaktseminar „nachgearbeitet“. Unterstützt von Eltern, Arbeitsagentur, Fachhochschulen aus Göttingen und Hannover sowie Unternehmen aus der Region geht es dabei um Eignungen, Neigungen, Orientierungs- und Beratungsmöglichkeiten, Ausbildungs- und Studienangebote, Bewerbungen, Vorstellungsgespräche und Assessment Center.

Ein Gespür für die Arbeit als Unternehmer und/oder Selbstständiger bekommen Schüler der 11. und 12. Klassen beim „Management Information Game“ oder „business@school“. Dabei sind sie im Unternehmen eine Woche in der Rolle des Vorstands oder analysieren Unternehmen, um danach eigene Geschäftsideen zu entwickeln. Ihre Ideen und ihr wirtschaftswissenschaftliches Wissen stellen sie im Wettbewerb mit anderen Schulen unter Beweis.

Bei aller Praxis hat auch die Vorbereitung auf ein mögliches Studium einen wichtigen Stellenwert. In Seminarfächern werden die Schüler mit wissenschaftlichem Arbeiten vertraut gemacht und die Schüler schreiben erste Seminararbeiten. Die besten Arbeiten werden jährlich vorgestellt und prämiert. Als Highlight können besonders begabte Schüler bei der Züchtung von Herzmuskelzellen mitforschen.

Kurz gesagt: Das Angebot an Berufsvorbereitung an der St. Ursula-Schule ist groß und größer als die Angebote manch anderer Schulen zusammengenommen. Hier werden die Schüler optimal auf ein späteres Berufsleben vorbereitet und das unabhängig davon, ob nach dem Schulabschluss eine Ausbildung oder ein Studium folgt. Damit ist dieses Gymnasium ein Ausbildungs-Ass, dem die Jury das Ausbildungs-Ass 2009 in Gold verleiht.

 

2. Platz:
Bund der Selbständigen/Gewerbeverband Bayern e. V. aus Utting am Ammersee in Bayern

Zur Begründung der Jury

Der Bund der Selbständigen Bayern betreut gleich zwei Projekte: 2006 wurde eine „Azubi-Akademie“ als zusätzliches Angebot zu Berufsschule und Fachunterricht in den Betrieben gegründet. Diese Akademie richtet sich an den Mittelstand, das viel beschworene Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Tatsächlich gehört der Großteil der Unternehmen in Deutschland zum Mittelstand. Das heißt in der Ausbildungspraxis für kleine und mittelständische Unternehmen aber auch, dass sie ihren Auszubildenden nicht unbedingt im gleichen Maß wie Großunternehmen Betriebsunterricht anbieten oder andere Zusatzangebote machen können. Bei der Azubi-Akademie Ammersee Lech haben sich im dritten Jahr 16 mittelständische Unternehmen mit insgesamt 42 Azubis zusammengeschlossen. Alle zwei Wochen wird für die Auszubildenden ein zusätzlicher und kostenloser, zweistündiger Unterricht angeboten, der im Wechsel von den Ausbildern der beteiligten Unternehmen gehalten wird. So bekommen die Azubis neben ihrer Ausbildung Einblick in verschiedene Firmen der Region, können sich austauschen und für die Ausbilder der einzelnen Unternehmen reduziert sich der Aufwand für betriebsinterne Vorträge etc. Das Modell Azubi-Akademie läuft nach drei Jahren so erfolgreich, dass der Bund der Selbständigen anstrebt, es auch in anderen Landkreisen in Bayern einzuführen.

Das andere Projekt des Bundes der Selbständigen Bayern setzt schon bei den Schulen an. Seit 2008 treffen sich an einem „Tag des Dialogs“ Unternehmer mit Lehrern zum gegenseitigen Austausch. Die Lehrer gehen einen Tag in die Unternehmen, können sich über Ausbildungsmöglichkeiten und Anforderungen an Azubis informieren und diese Erfahrungen aus der Praxis in ihren Unterricht einfließen lassen. Von diesem Dialog profitieren beide Seiten: Die Lehrer können aus der Praxis berichten ihre Schüler besser auf das Berufsleben vorbereiten. Für die Unternehmer ergibt sich daraus die Möglichkeit zur Kooperation mit Schulen bei der Suche nach Auszubildenden.

Besonders lobenswert findet die Jury das Engagement des Bundes der Selbständigen für den Mittelstand, aber auch die Vielseitigkeit der Projekte, die an unterschiedlichen Stellen ansetzen. Deshalb verleiht die Jury dem Bund der Selbständigen Bayern das Ausbildungs-Ass in Silber.

 

3. Platz:
Waldkircher Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft gemeinnützige Gesellschaft aus Baden-Württemberg

Zur Begründung der Jury

Die WABE gGmbH aus Waldkirch ist als Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft dafür zuständig, arbeitslose oder von Arbeitslosigkeit bedrohte junge Menschen für den ersten Arbeitsmarkt zu qualifizieren. 50 Mitarbeiter betreuen ca. 165 Menschen. Außerdem werden seit 2006 Bürokaufleute und Maler ausgebildet.

Doch damit nicht genug: Auf Initiative der WABE wurde 2007 ein Ausbildungsverbund geschaffen, dem aktuell 17 Ausbildungsbetriebe aus Waldkirch und Umgebung angehören. Die WABE organisiert und koordiniert die Ausbildung von derzeit neun Bürokaufmann-Azubis, die am Waldkircher Berufsschulzentrum ihre theoretische Ausbildung erhalten. Die Besonderheit ihrer praktischen Ausbildung liegt darin, dass die Jugendlichen alle sechs Monate den Ausbildungsbetrieb wechseln und so die Möglichkeit haben, innerhalb des Ausbildungsverbunds ganz unterschiedliche Unternehmen –von der Anwaltskanzlei über die Stadtwerke bis zu einem Verband – kennen zulernen. Ein solches Spektrum könnten sonst nur Großkonzerne bieten.

Besonders an diesem Ausbildungskonzept ist außerdem, das hier Jugendliche die Chance auf eine Ausbildung bekommen, die sich bis dahin erfolglos beworben haben und auf „normalem Wege“ nicht vermittelbar waren. Die Azubis in dieser speziellen Ausbildung werden von Projektverantwortlichen betreut, die sich regelmäßig zum Erfahrungsaustausch und für Feedback-Gespräche mit den Auszubildenden treffen.

Mit ihrem Modell hat die WABE nicht nur eine Möglichkeit geschaffen, schwer vermittelbaren Jugendlichen Ausbildungsplätze zu vermitteln und damit eine Chance für den Einstieg ins Berufsleben zu geben, sondern gibt den Azubis Gelegenheit, sich verschiedenste Unternehmen anzusehen und sich dadurch noch besser auf eine Berufstätigkeit vorzubereiten. Zu dem europäischen Unternehmerpreis „European Enterprise Award“ möchte die Jury deshalb das Ausbildungs-Ass 2009 in Bronze hinzufügen. Herzlichen Glückwunsch!


Quelle für die Darstellung der Preisträger: http://www.ausbildungsass.de
Fragen oder Motivationsmails gern an uns unter: info@ausbildungsstelle.com

Beitrag vom 15.12.2009 zur News Übersicht

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